Wie wir den Beleg-Index berechnen
Eine Zahl zwischen 0 und 100, die misst, wie viel eine Marke belegt — und ausdrücklich nicht, wie gut ihre Kleidung ist.
Was der Index nicht ist
Naheliegend wäre ein Qualitätsindex aus Materialangaben. Den können wir nicht bauen, ohne uns selbst zu widersprechen. Unsere eigene Materialseite zeigt an fünf Produkten, dass eine Zusammensetzungszeile nichts über die Güte eines Stoffes aussagt: 17,95 € und 110 € tragen wortgleich „100 % Baumwolle“. Ein Qualitätsindex aus genau diesen Prozentzahlen würde den eigenen Artikel widerlegen.
Wir messen deshalb das Einzige, was sich von außen wirklich beobachten lässt: wie viel eine Marke offenlegt und wie viel davon wir prüfen konnten. Das ist eine echte Größe — und kein Ersatzmaß für Qualität.
Die sieben Bestandteile
Jede Marke kann 100 Punkte erreichen. Jeder Bestandteil ist entweder belegt oder nicht; Teilpunkte für gute Absicht gibt es nicht.
- Produktions-Offenlegung — bis 25.
Eine veröffentlichte Fabrikliste zählt 25, ein angegebenes Produktionsland 13, nichts 0. Eine von uns noch nicht geprüfte Marke zählt ebenfalls 0, und im Verzeichnis steht dann „nicht geprüft“ statt „keine“.
- Verlinkte Quellen — bis 20.
Vier Punkte je Quelle, die wir nennen und verlinken, gezählt bis zu fünf Quellen.
- Eigene Materialprüfung — 15.
Vergeben, wenn wir mindestens eine Produktseite der Marke selbst gelesen und Zusammensetzung, Preis und Datum festgehalten haben.
- Flächengewicht angegeben — 12.
Die g/m²-Zahl, die fast jede Marke weglässt und mit der sich zwei Baumwoll-Jerseys überhaupt erst vergleichen ließen.
- Herstellungsland je Produkt — 10.
Nicht je Konzern, sondern je Kleidungsstück. In unserer Stichprobe erreichen das derzeit drei Marken; bei den übrigen bleibt das Feld leer. Eine Notiz, die festhält, dass nichts angegeben war, zählt nicht — sonst gäbe es Punkte für das Dokumentieren einer Lücke.
- Konstruktionsangaben — 10.
Strick- oder Webart, Garnmenge, Knopfmaterial, Nähte. Nachträglich aufgenommen wegen Lacoste, das davon mehr veröffentlicht als jede andere Marke der Stichprobe — und der Index sah es nicht.
- Kostenaufbau veröffentlicht — 8.
Selten, und festhaltenswert, wenn es vorkommt.
Beleglage zum Preis
Die zweite Angabe auf jedem Portrait vergleicht den Wert mit dem, was das jeweilige Preisband üblicherweise belegt. Die Erwartungswerte lauten 30 Punkte bei €, 40 bei €€, 50 bei €€€ und 60 bei €€€€ — auf die schlichte Annahme hin, dass mehr Geld auch mehr Auskunft rechtfertigen sollte. Wer mehr als 15 Punkte darüber oder darunter liegt, wird entsprechend ausgewiesen; alles dazwischen gilt als üblich.
Drei Stufen, keine Kommazahl. Ein Wert wie 62,4 würde eine Genauigkeit vortäuschen, die so wenige Datenpunkte nicht hergeben.
Wo der Index in die Irre führt
Er belohnt Struktur so sehr wie Haltung. Wer seine Fabriken selbst besitzt, kann sie benennen, ohne jemanden zu fragen. Eine Marke, die bei Hunderten Auftragsfertigern einkauft, hat es schwerer — selbst verschuldet, aber schwerer. Der Index kann beides nicht trennen, und ein hoher Wert ist deshalb kein Tugendnachweis.
Er belohnt, dass wir über eine Marke geschrieben haben. Die Bestandteile „verlinkte Quellen“ und „eigene Materialprüfung“ messen unsere Arbeit ebenso wie die der Marke. Eine länger recherchierte Marke steht besser da als eine ebenso transparente, die wir erst vorige Woche erreicht haben.
Er sagt nichts über die Kleidung. Ein gut belegtes Shirt kann in der Wäsche auseinanderfallen. Wir haben keines getragen oder gewaschen, und der Index behauptet nichts anderes.
Wenn wir die Gewichte ändern
Die Gewichte sind eine Entscheidung, und uns ist lieber, man streitet mit ihnen, als ihnen zu vertrauen. Sie stehen oben vollständig, damit jede Markenbewertung von Hand aus dem nachgerechnet werden kann, was auf dem Portrait sichtbar ist. Ändern wir sie, wird die Änderung samt Begründung in der Versionshistorie festgehalten — der Bestandteil „Konstruktion“ etwa kam hinzu, weil eine Marke etwas offenlegte, das der Index nicht sehen konnte.
Häufige Fragen
Ist ein hoher Wert eine Empfehlung?
Nein. Er bedeutet, dass die Marke viel belegt und wir es prüfen konnten. Ein gut belegtes Kleidungsstück kann trotzdem schlecht sein, und getestet haben wir keines.
Warum hat eine Marke gar keinen Wert?
Weil für sie noch nichts belegt ist. Wir zeigen dann keine Zahl statt einer 0 — eine 0 sähe aus wie ein Urteil, ist aber nur fehlende Arbeit auf unserer Seite.
Kann eine Marke ihren Wert beeinflussen?
Nur, indem sie mehr veröffentlicht: eine Fabrikliste, ein Flächengewicht, ein Herstellungsland. Es gibt nichts zu beantragen und nichts zu bezahlen.
Stehen Werbepartner besser da?
Nein. Werbung läuft über Plätze, die mit diesen Daten nichts zu tun haben, und Seiten, die unsere Methode erklären, tragen überhaupt keine Affiliate-Links.